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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Verlogene Hilfe

Verlogene Hilfe...

...oder warum man trotzdem nicht auf Sie verzichten sollte...

Ich bin jetzt 35. Ende der 80'er, Anfang der 90'er war ich ein Viererschüler in der Mittelstufe.

Diverse Projekte der Jugendarbeit und ein Astronomieverein haben meine kleine Ghetto Assi Welt erweitert:
Dort erfuhr ich (unter Anderem), daß man nicht zwangsweise mit 16 eine Lehre in irgend einem Kackberuf beginnen muß den man sich nicht ausgesucht hat, nur weil gerade eine Lehrstelle frei war, um dann erst mal weitere zwei Jahre bei den Eltern zu wohnen und sich später entscheiden zu dürfen, ob man lieber eine eigene Wohnung, ODER ein eigenes Auto will...

Dort begegnete ich Menschen, die Spaß daran hatten in Ihren Traumberufen zu arbeiten und bei weitestgehend freier Zeiteinteilung mehr verdienten als mein Eltern zusammen.

Ich wurde binnen zweier Jahren zum Einserschüler (in der regel Realschule), erhielt meine Hochschulreife auf einer Oberstufe und die Welt stand mir offen...
(ob das in einem zwölfjährigen Schulsystem ohne Gesamtschulen und daher auch ohne Oberstufen überhaupt noch möglich wäre, weiß ich nicht)

soweit die theoretische Erfolgsgeschichte.

Praktisch scheiterte dann mein Studium an der falschen Studienwahl und der Tatsache, daß man auf Grund der Finanzierungsfrage als Abeiterkind keinen Spielraum für Fehlentscheidungen in dieser Größenordnung hat. Es war nicht mehr tragbar, trotz diverser Nebenjobs immer noch finanziell von meinen Eltern abhängig zu sein, weder für Sie noch für mein Ego und weil Sie sich von Ihren Arbeitergehältern ein Häuschen vom Munde abgespart hatten, gab es auch kein Bafög. Die lakonische Begründung: Ihre Eltern können ja Ihr Haus verkaufen um Ihr Studium zu finanzieren (O-Ton Sachbearbeiterin BaföG Behörde)

Letztendlich arbeite ich jetzt in einem unterbezahlten Kackberuf den ich mir nicht so wirklich ausgesucht habe.

Fazit:
Jugendarbeit ist erst mal nichts Schlechtes. Sie eröffnet Aussichten und schafft Möglichkeiten.

Die Probleme liegen woanders, Nicht:

"So wie ihr seid braucht euch keine Wirtschaft, kein Unternehmen und damit habt ihr in dieser Gesellschaft keine Aufgabe."

Sonder generell, selbst wenn Ghetto Kids bereit sind sich in die bestehende Gesellschaft eizufügen sind Sie dort nicht erwünscht.
Die Plätze in den Reihen der Eliten sind rar gesät und selbst das dümmste Zahnarzt-, Lehrers-, Politiker- oder Anwaltskind muß irgendwo unterkommen. Echte Konkurrenz ist in dem Zusammenhang nicht erwünscht.

Meine Kommolitonen mit den Freiberuflereltern haben in der Regel BaföG bezogen. Niemand hat von Denen erwartet das Sie Ihr Drittcabrio, oder das Ferienhaus in den Bergen verkaufen.

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